
Paddock: selbst gehostete Sandbox für KI-Agenten
Eigene Linux-Rechner für Coding-Agenten mit Desktop, Docker und Snapshots.

Was macht Paddock, einfach erklärt?
Paddock stellt einem KI-Agenten einen eigenen Linux-Arbeitsrechner auf Ihrem VPS bereit. In dieser „Box“ liegen Projektdateien, Werkzeuge und ein Ubuntu-XFCE-Desktop. Der Agent kann Code ausführen, eine Anwendung bauen und die Oberfläche zur Kontrolle öffnen. Sie können die Box länger behalten oder nach einer einzelnen Aufgabe wieder entfernen.
Die öffentliche Website erklärt das selbst zu installierende Projekt. Für die tatsächliche Nutzung richten Sie einen Server ein. Paddock organisiert die Ausführungsumgebung; das Denken und die Codeänderungen übernimmt der gewählte Agent mit seinem Modell.
Coding-Aufgaben ausführen und Ergebnisse prüfen
Docker innerhalb der Box wird über Sysbox unterstützt. Claude Code, Codex, OpenCode, Pi, Prime und Kimi sind vorinstalliert; die benötigte Anmeldung beim jeweiligen Anbieter müssen Sie einrichten. Über paddock prompt geben Sie eine Aufgabe weiter. CLI, Web-Dashboard, HTTP-API sowie TypeScript- und Python-SDKs ermöglichen unterschiedliche Integrationswege.
Öffnen Sie den Desktop mit paddock desktop, starten Sie grafische Programme über exec --desktop und prüfen Sie das Ergebnis mit paddock screenshot. Dadurch lässt sich beispielsweise die tatsächlich gestartete Oberfläche eines vom Agenten gebauten Programms ansehen.
Installation und erster Projekttest
Die offizielle Installationsanleitung verlangt einen Ubuntu- oder Debian-VPS mit Root-Zugriff, amd64 oder arm64, offenen Ports 80 und 443 und einem passenden Hostnamen. Nach der Serverinstallation öffnen Sie den einmaligen Einrichtungslink, erstellen das Eigentümerkonto und installieren den lokalen Client. Melden Sie sich dann am eigenen Server an.
Für ein vorbereitetes Node-Projekt können Sie eine Box erstellen, Dateien übertragen und Tests ausführen:
paddock new --type small --ttl 3600
paddock push current . --to /config/project
paddock exec current -- bash -lc 'cd /config/project && npm test'
paddock stop current
Prüfen Sie die Testausgabe. Benötigte Pakete müssen vorhanden sein oder mit zulässigem Netzwerkzugriff installiert werden. Der Stopp erstellt einen Dateisystem-Snapshot. Laden Sie benötigte Ergebnisse vor dem Löschen einer kurzlebigen Box mit pull herunter. Der installierbare Paddock-Skill ermöglicht unterstützten Coding-Agenten die Bedienung der CLI.
Netzwerkzugriff bewusst begrenzen
Zur Auswahl stehen allow-all, deny-all und eine Freigabeliste für Domains beziehungsweise IPv4-Netze. Standardmäßig gilt allow-all. Bei deny-all werden neue ausgehende Verbindungen verhindert; bereits bestehende können noch auslaufen. Der Zugriff auf Cloud-Metadaten bleibt grundsätzlich gesperrt.
Eine enge Freigabeliste muss dennoch benötigte Modell-APIs, Paketquellen und Repository-Hosts berücksichtigen. Eigener Serverbetrieb bedeutet außerdem nicht, dass an externe Modelle gesendete Inhalte auf dem VPS bleiben. Deren Datenschutzbedingungen gelten zusätzlich; eine absolute Ausbruchsicherheit wird hieraus nicht abgeleitet.
Dateien behalten und Änderungen zurückrollen
Boxen können gestoppt, fortgesetzt, geforkt und auf einen Snapshot zurückgesetzt werden. Benannte Laufwerke unter /mnt bleiben auch nach dem Löschen einer Box erhalten. Beachten Sie die Snapshot-Grenzen: Gesichert wird der Dateisystemzustand, nicht der Arbeitsspeicher, laufende Prozesse, /var/lib/docker oder eingebundene Laufwerke. Für deren Inhalte ist eine eigene Sicherung sinnvoll.
Lizenz, Betriebskosten und passende Nutzer
Stand 29. Oktober 2026 steht Paddock unter der MIT-Lizenz. Die geprüften offiziellen Seiten führen kein gehostetes Paddock-Abonnement auf. VPS, Speicher und verwendete KI-Dienste verursachen gegebenenfalls eigene Kosten. Die Anzahl gleichzeitiger Boxen hängt von der Serverkapazität ab.
Paddock passt zu Entwicklern, die Agentenarbeit auf eigener Infrastruktur prüfen und steuern möchten. Linux-Administration, Updates und Backups gehören dabei zum eigenen Betriebsaufwand.
Häufige Fragen
Ist Paddock kostenlos und quelloffen?
Der MIT-Quellcode ist ohne Softwareabonnement verfügbar. Rechnerkapazität und Modellzugriffe sind dadurch nicht automatisch kostenlos.
Funktioniert die Bedienung unter Windows oder macOS?
Für beide Systeme gibt es eine CLI-Installation. Der Server benötigt weiterhin die dokumentierte Linux-Umgebung.
Ist jede neue Box vom Internet getrennt?
Nein, allow-all ist die Voreinstellung. Aktivieren Sie deny-all oder eine Freigabeliste gezielt und prüfen Sie benötigte Dienste.
Offizielle Ressourcen
- Projekt auf GitHub: Quellcode und technische Referenz.
- Veröffentlichungen und Downloads: Clientdateien und Versionsinformationen.





